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"Das kann ich schon ganz allein"

Der Ausspruch „Überbehütete Kinder sind genauso schlimm dran wie vernachlässigte Kinder“ des Erziehungswissenschaftlers Peter Struck birgt den besten Ratschlag zum Thema „Selbstständigkeit“: so viel Selbstständigkeit wie möglich, so viel Unterstützung wie nötig.

Wie in vielen anderen Lebensbereichen ist auch hier die goldene Mitte der Weg, der Kindern wie Eltern zur Zufriedenheit verhilft. Wenn die Kinder in die Volks-/Grundschule kommen, beginnt für sie eine aufregende Zeit – sie machen bedeutende Schritte in Richtung Selbstständigkeit.

Lesen Sie in unserem Artikel, was Ihr Grundschulkind schon ganz alleine kann und wobei es Ihre Hilfe benötigt.

Sich selbst organisieren

Im Alter von 6-10 Jahren können Kinder lernen, sich selbst zu organisieren – wenn man sie denn lässt. Wenn Mama immer den Ranzen, packt, trägt und das Kind auch immer zur Schule bringt, wird das mit der Selbstständigkeit nicht klappen.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Sie Ihr Kind fordern und je mehr Möglichkeiten Sie ihm geben, sich zu beweisen, desto schneller wird ihr Kind selbstständig werden.

In der Kindheit kann es das in einer beschützen Atmosphäre – es weiß, dass Sie immer bereitstehen zu helfen. Trotzdem sollten Sie Ihr Kind immer wieder ermuntern, etwas allein zu versuchen.

Vom ersten Tag an sollte Ihr Kind beispielsweise den Ranzen selbst packen, sie können dabei sein, aber packen soll das Kind selbst. Auch das Tragen des Ranzens sollten Eltern ihrem Kind nicht abnehmen, auch das gehört zum Selbständig-werden werden dazu. Sollte der Ranzen generell zu schwer sein, sprechen Sie mit dem Lehrer, ob wirklich jeden Tag so viel an Material mitgenommen werden muss.


Hausaufgaben

„Soll ich helfen oder nicht?“ Diese Frage stellen sich tagtäglich viele Eltern, die sich für Ihr Kind ein gutes Abschneiden in der Schule wünschen. Auch hier hilft die goldene Mitte: Sich gar nicht zu kümmern ist genau so verkehrt, wie dem Kind die Aufgaben vorzusagen.

Die beste Lösung: Schauen Sie am Anfang immer mit dem Kind gemeinsam, was zu machen ist und besprechen Sie kurz, wie es vorgehen soll. Geben Sie nur Tipps, wenn ihr Kind nicht weiter weiß!

Dann lassen Sie Ihr Kind allein und es erledigt seine Hausübungen selbstständig. Lassen Sie die Tür offen, dass Ihr Kind Sie jederzeit zu Hilfe rufen kann, wenn es nicht weiterkommt.

Zum Schluss können Sie noch einmal mit dem Kind gemeinsam die Hausaufgaben ansehen. Sollte die Aufgabe völlig falsch sein, sprechen sie das ohne zu tadeln an und geben Sie Ihrem Kind einen kleinen Tipp, wie es auf die Lösung kommen kann. Sagen Sie auf keinen Fall vor – Kinder haben ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl und wissen sehr genau, dass sie sich die gute Leistung nicht selbst zurechnen dürfen.

Bei Rechtschreibfehlern sagen Sie zum Beispiel nur: „Schau mal, in dieser Zeile ist ein Fehler – findest du ihn?“ Dann kann ihr Kind beispielsweise im Lehrbuch nachsehen, wenn es den Fehler nicht finden sollte. Diese Vorgehensweise wird Ihrem Kind in der Schule immens helfen - es wird immer mehr Fehler selbst erkennen und so immer weniger Fehler machen.

Ganz wichtig: Wenn Sie denken, dass Sie für Ihr Kind etwas korrigieren müssen (Das sollte eigentlich immer das Kind machen) dann korrigieren Sie bitte nicht mit Rot. Rot ist eine Signalfarbe und sagt dem Gehirn: „Bitte merken“. Was passiert? Die Kinder merken sich etwas – leider aber den Fehler. Diese Erkenntnis hat sich leider noch nicht in den Lehrerzimmern herumgesprochen.


Zeitmanagement für die Kleinen

Kinder haben heute so volle Terminkalender, dass man staunt. Musikunterricht, Nachhilfestunden, Tanzen, Yoga, Basteln, Sportverein – kein Wunder, dass manches Kind schlichtweg überlastet ist.

Kinder können Selbstständigkeit nur lernen, wenn sie keinen Terminstress haben. Wer zu viel von allem hat, der wird immer auf Hilfe angewiesen sein – Kinder können ein solches Pensum nicht ohne Erinnerung und Hilfe schaffen.

Kinder klagen selten über Stress, trotzdem leiden sie unter dieser Dauerkrankheit, die eigentlich in das Erwachsenenalter gehört.

Besprechen Sie mit Ihrem Kind genau, welche „Verpflichtungen“ es übernehmen möchte. Machen Sie es auf Kollisionen aufmerksam (Hausübungen, andere Termine, Freizeit usw.) und helfen Sie Ihrem Kind durch geschickte Fragen (Was machst du lieber? Wobei hast du mehr Spaß?), Prioritäten zu setzen. Wenn Ihr Kind es schafft, einige wenige Aktivitäten selbst zu organisieren, haben Sie in Sachen Selbstständigkeit viel mehr erreicht als wenn Ihr Kind einen übervollen Terminkalender „abarbeiten“ muss.

Prioritäten-Check


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