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Wissenschaftliche Arbeit: Legasthenie und Englisch

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Die Intervention und Förderung legasthener Menschen muss immer als interdisziplinäre Arbeit verstanden werden. Zu diesen Disziplinen gehören Fachdidaktik, Medizin, Pädagogik, Psychologie und Sprachwissenschaft (Thomé 2004, S. 15). Auch sollten - insbesondere bei betroffenen Kindern - immer auch die Familie (speziell die Eltern/Erziehungsberechtigten) und die unterrichtenden Lehrer hinzugezogen werden, um ein insgesamt stimmiges Trainingskonzept aufbauen zu können.

Trainingsprogramme

In der Praxis beginnt ein Legasthenie-Training oft mit dem „Training von basalen Wahrnehmungsfunktionen“ (Schulte-Körne 2004, S. 75) und setzt dann auch an Elementen des Lese-Rechtschreibprozesses an (z.B. Graphem-Phonem-Korrespondenztraining).
Wissenschaftlich fundierte Trainingsmethoden wie z.B. die Lautgetreue Lese-Rechtschreibförderung (Reuter-Liehr 2001), das Marburger Rechtschreibtraining (Schulte-Körne/Mathwig 2001) haben in der Praxis große Erfolge gezeigt, sind aber sicherlich nicht die einzigen Trainingsprogramme, die angewendet werden.
Die Anwendung von Trainingsprogrammen - auch mit multimedialer Unterstützung per Computer - ist von Therapeut zu Therapeut durchaus unterschiedlich und hängt zudem von den Teilleistungsstörungen des Legasthenikers, dessen Alter und seinen allgemeinen Fähigkeiten ab. Zeigen sich z.B. Defizite in der Konzentrationsfähigkeit, wird ein Legasthenietrainer zunächst den Schwerpunkt auf der Vermittlung und des Aufbaus von Konzentrationstechniken setzen, bevor man konkret an den Kulturtechniken Lesen und Schreiben trainiert. Wiederum ist also eine ausführliche Testung und Diagnostik im Vornherein nötig, um ein effektives Training nach vielfältigsten Möglichkeiten sicherzustellen.




Alternative Methoden

Im Zusammenhang mit der Therapie einer Legasthenie/LRS/Dyskalkulie wird oft mit verschiedenen alternativen Therapieangeboten geworben, welche nur bedingt eine Daseinsberechtigung haben. Explizit warnen möchten wir Sie hier vor folgenden Methoden, da Sie sich jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entziehen:

Diese Methoden entbehren einer wissenschaftlichen Grundlage und einer damit verbunden Effektivität und scheinen eher einem esoterischen Klientel zuzuordnen zu sein, bei denen "der Glaube Berge versetzt". Eine ausführliche Übersicht über alle alternativen Therapieangebote bietet das Buch "Therapie der Lese-Rechtschreib-Störung (LRS): Traditionelle und alternative Behandlungsmethoden im Überblick" von Suchodoletz (2003, für Infos hier klicken).

Viele alternative Therapiemethoden bringen allerdings natürlich tatsächlich auch etwas - insbesondere im Bereich der psychischen Stärkung eines legasthenen Menschen. Vorsichtig sollte man als betroffene Person/Eltern allerdings, wenn ein Therapeut auf Basis einer einzigen Methode eine Wirkung oder gar "Heilung" verspricht. Lediglich ganzheitliche, systematische Trainingsprogramme ziehen erwiesenermaßen Erfolge nach sich.





Quellen/Literaturhinweise

Reuter-Liehr (2001). Lautgetreue Lese-Rechtschreibförderung. Bochum: Winkler. Für Infos hier klicken!

Schulte-Körne, Gerd; Mathwig, Frank (2001). Das Marburger Rechtschreibtraining: ein regelgeleitetes Förderprogramm für rechtschreibwache Kinder. Bochum: Winkler. Für Infos hier klicken!

Schulte-Körne, Gerd (2004). Lese-Rechtschreib-Störung: Symptomatik, Diagnostik, Verlauf, Ursachen und Förderung. In: Thomé, Günther (Hrsg.) (2004). Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS) und Legasthenie. Eine grundlegende Einführung. Weinheim/Basel: Beltz. S. 64-85. Für Infos hier klicken!

Suchodoletz, Waldemar von (Hrsg.) (2003). Therapie der Lese-Rechtschreib-Störung (LRS): Traditionelle und alternative Behandlungsmethoden im Überblick. Stuttgart: Kohlhammer. Für Infos hier klicken!

Thomé, Günther (Hrsg.) (2004). Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS) und Legasthenie. Eine grundlegende Einführung. Weinheim/Basel: Beltz. Für Infos hier klicken!